Duftkerze selber machen, so gelingt die erste Kerze im Glas

Für eine selbst gegossene Duftkerze brauchen Sie Wachs, einen Docht mit Fuß, ein hitzefestes Glas, ein Duftöl für Kerzen und einen Topf für das Wasserbad. Das Wachs wird geschmolzen, das Duftöl kommt erst ins etwas abgekühlte Wachs, dann wird gegossen, der Docht gerade gehalten und die Kerze in Ruhe gelassen, bis sie durchgehärtet ist.

Von der Redaktion von Bester Aroma-DiffuserAktualisiert am 13. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Zwei ineinander gestellte Edelstahltöpfe als Wasserbad auf einem Untersetzer, daneben ein leeres klares Glas mit einem Docht, der von einer Holzwäscheklammer über dem Rand gehalten wird, verstreute weiße Wachsflocken, eine kleine braune Pipettenflasche und ein Holzlöffel auf einer hellen Arbeitsplatte vor einem Fenster mit Blick auf Wasser

Kurz gesagt

  • Sojawachs und Rapswachs sind die üblichen Wachse für Kerzen im Glas; Bienenwachs und Paraffin verhalten sich anders und brauchen eine andere Dochtstärke.
  • Das Duftöl kommt nie ins heißeste Wachs, sondern erst, wenn der Topf vom Herd ist und das Wachs etwas abgekühlt hat; die Angaben dazu macht der Wachslieferant.
  • Löcher um den Docht, ein Tunnel und ein schwacher Duft gehen fast immer auf zu heißes Gießen, einen falschen Docht oder zu wenig Ruhezeit zurück.

Welches Wachs sich zum Gießen eignet

Im Bastelbedarf gibt es Wachs als Flocken, Pastillen oder Blöcke, und auf der Packung steht, ob es für Kerzen im Glas oder für freistehende Kerzen gedacht ist. Wachs für das Glas bleibt weich und haftet an der Wand, Wachs für Stumpenkerzen wird hart und löst sich von der Form. Für den Anfang ist die Kerze im Glas der leichtere Weg.

WachsSo verhält es sich beim GießenPasst zu
SojawachsSchmilzt früh, verzeiht viel, Oberfläche nach dem Erstarren selten ganz glattEinsteiger, Kerzen im Glas
RapswachsVerhält sich wie Soja, meist als Mischung mit Kokoswachs verkauftPflanzliches Wachs mit glatterer Oberfläche
BienenwachsHart, braucht mehr Hitze, riecht von sich aus nach Honig, bindet wenig DuftölFreistehende Kerzen, leiser Duft
ParaffinBindet Duftöl gut, wird glatt und fest, aus ErdölKräftiger Duft, günstige Übungskerzen

Jedes Wachs hat eine eigene Gießtemperatur, eine eigene Temperatur für die Zugabe des Duftöls und einen Höchstanteil an Duft, den es aufnehmen kann. Diese Werte nennt der Wachslieferant, nicht eine allgemeine Anleitung. Mischen Sie beim ersten Mal keine Wachse, damit Sie wissen, woran ein Ergebnis liegt.

Docht und Glas müssen zusammenpassen

Baumwolldochte gibt es gewachst und mit einem kleinen Metallfuß für den Glasboden, Holzdochte stehen in einer Metallklammer. Entscheidend ist die Stärke: Dochthersteller geben an, für welchen Glasdurchmesser und welches Wachs ein Docht gedacht ist, und diese Tabelle ist beim Kauf der beste Anhaltspunkt.

Als Gefäß taugt alles, was Hitze verträgt und keinen Riss hat: dickwandige Gläser, Dosen aus Metall, glasierte Keramik. Dünne Trinkgläser und alles aus Kunststoff oder Holz bleiben im Schrank. Weite Gläser bekommen zwei oder drei Dochte.

Wer sich das Abstimmen von Docht und Glas ersparen und trotzdem den ganzen Raum beduften möchte, findet in unserem Vergleich die Geräte, die Duft ohne Flamme abgeben.

Sieben Schritte bis zur fertigen Kerze

  1. Menge bestimmen. Das leere Glas bis zur gewünschten Höhe mit Wasser füllen, wiegen und abtrocknen; so wissen Sie ungefähr, wie viel Wachs hineinpasst. Lieber etwas mehr schmelzen, ein Rest dient zum Nachgießen.
  2. Docht befestigen. Den Metallfuß mit einem Klebepunkt oder etwas flüssigem Wachs mittig auf den Glasboden setzen, den Docht oben mit einer Holzklammer oder zwei Stäbchen über dem Rand fixieren.
  3. Wachs im Wasserbad schmelzen. Das Wachs kommt in eine Gießkanne aus Metall oder einen kleinen Topf, der in einem größeren Topf mit Wasser steht. Langsam erhitzen, gelegentlich rühren, ein Küchenthermometer zeigt die Temperatur, die der Lieferant nennt.
  4. Duftöl zugeben. Topf vom Herd nehmen und das Wachs etwas abkühlen lassen, bis die vom Lieferanten genannte Temperatur erreicht ist. Dann das Duftöl ruhig und gründlich einrühren.
  5. Gießen. Das Glas vorher mit dem Föhn leicht anwärmen, dann das Wachs langsam und gleichmäßig eingießen, nicht bis zum Rand.
  6. Docht zentrieren und ruhen lassen. Die Kerze an einem zugfreien Ort bei Zimmertemperatur stehen lassen, weder verschieben noch in den Kühlschrank stellen.
  7. Docht kürzen und durchhärten lassen. Nach dem Erstarren den Docht knapp über dem Wachs abschneiden. Vor dem ersten Anzünden sollte die Kerze einige Zeit ruhen; wie lange, steht beim Wachs. Beim ersten Abbrand bleibt sie an, bis die Wachsoberfläche bis zum Rand flüssig ist.

Die häufigsten Fehler und woran sie liegen

Die meisten Mängel an der ersten Kerze lassen sich einem von drei Dingen zuordnen: der Temperatur beim Gießen, der Dochtstärke oder der Ungeduld vor dem ersten Anzünden.

Was Sie sehenWahrscheinliche UrsacheBeim nächsten Mal
Loch oder Mulde rund um den DochtWachs zieht sich beim Abkühlen zusammen, besonders wenn es zu heiß oder in ein kaltes Glas gegossen wurdeGlas anwärmen, kühler gießen, die Mulde mit Restwachs nachgießen
Tunnel, außen bleibt ein WachsringDocht zu dünn für das Glas oder erster Abbrand zu früh gelöschtStärkeren Docht wählen, beim ersten Brennen bis zum Rand warten
Kaum Duft beim BrennenDuftöl ins zu heiße Wachs gegeben, zu wenig Öl oder zu kurz geruhtTemperatur des Lieferanten einhalten, Ruhezeit abwarten
Hohe, rußende Flamme, schwarzes GlasDocht zu dick oder zu langDünneren Docht nehmen, vor jedem Anzünden kürzen
Rauch und stechender Geruch beim SchmelzenWachs zu heiß gewordenWasserbad statt direkter Hitze, Thermometer benutzen

Notieren Sie bei jeder Kerze Wachs, Docht, Glas, Duftöl und Temperaturen, dann wird die zweite Kerze besser als die erste.

Sicherheit beim Schmelzen

  • Wachs nie direkt auf der Herdplatte oder in der Mikrowelle erhitzen, immer im Wasserbad; überhitztes Wachs kann sich entzünden.
  • Den Topf nicht aus den Augen lassen. Klingelt es, kommt die Platte aus.
  • Kein Wasser in heißes Wachs, es spritzt. Brennendes Wachs wird mit einem Deckel erstickt, nie mit Wasser gelöscht.
  • Duftöle sind brennbar und reizen konzentriert Haut und Augen; die Flasche steht weit weg vom Herd.
  • Fenster auf, denn beim Einrühren riecht die Küche stark. Kinder und Haustiere bleiben so lange draußen.

Bei Asthma oder Allergien im Haushalt gilt beim Gießen wie beim Brennen, dass Duftstoffe in der Luft nicht jedem bekommen; was vertretbar ist, klärt ein Arztgespräch. Katzen und Vögel gelten als empfindlich gegenüber Duftstoffen, dazu berät die Tierarztpraxis.

Wann der Diffuser der einfachere Weg ist

Eine selbst gegossene Kerze ist Arbeit am Herd, Warten und ein Duft, der so lange im Raum steht, wie die Flamme brennt. Für viele ist das der Reiz. Wer aber möchte, dass das Wohnzimmer um sechs Uhr abends nach Zeder riecht und um zehn nicht mehr, wer eine Katze hat oder das Kerzenglas nicht im Blick behalten will, ist mit einem Gerät besser bedient.

Ein Aroma-Diffuser kommt ohne Flamme und ohne Hitze aus, lässt sich ein- und ausschalten und bei vielen Modellen nach Uhrzeit planen. Öl oder Pod kommen fertig aus der Packung; Abwiegen, Schmelzen und Dochtstärken entfallen. Was das im Monat an Duft kostet und für welche Raumgröße die Hersteller ihre Geräte angeben, steht auf unserer Vergleichsseite mit sechs Geräten und ihrer Reichweite laut Hersteller.

Duft ohne Wasserbad und Docht

Unser Vergleich zeigt sechs Aroma-Diffuser mit Reichweite laut Hersteller, Lautstärke, Steuerung per App und den Duftkosten pro Monat.

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