Lavendelöl gegen Spinnen, ein Hausmittel für den Herbst und seine Grenzen
Lavendelöl gegen Spinnen ist ein Haushaltstrick, keine sichere Sperre. Ein paar Tropfen an Fensterrahmen und Türschwellen können den Weg ins Haus für eine Weile weniger einladend machen, der Duft verfliegt aber rasch und muss erneuert werden. Verlässlicher sind abgedichtete Ritzen, Fliegengitter und aufgeräumte Ecken; das Öl ist eine Ergänzung dazu.
Von der Redaktion von Bester Aroma-DiffuserAktualisiert am 16. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
- Der Duft von Lavendel gilt als Hausmittel, um Spinnen von Fenstern und Türen fernzuhalten; eine Garantie oder ein zugelassenes Mittel ist er nicht.
- Üblich sind ein beträufeltes Tuch am Rahmen, eine Sprühflasche mit Wasser und Öl für Fensterbänke und ein Diffuser im betroffenen Zimmer, jeweils regelmäßig erneuert.
- Spinnen in deutschen Wohnungen sind harmlos; was sie dauerhaft draußen hält, sind dichte Fenster, Fliegengitter, weniger Insekten im Haus und saubere Ecken.
Warum im Herbst plötzlich Spinnen im Haus sind
Im September und Oktober laufen mehr Spinnen durch Flur und Bad als sonst im Jahr. Das sind meist erwachsene Männchen der großen Hausspinnen, die auf der Suche nach einem Weibchen durch offene Fenster, Kellerschächte und Türspalte geraten. Ein Teil der Tiere lebt ohnehin das ganze Jahr im Haus und fällt jetzt nur auf, weil er sich bewegt.
Die Spinnen, die in deutschen Wohnungen vorkommen, sind für Menschen ungefährlich. Sie beschädigen nichts, übertragen keine Krankheiten und fangen im Gegenteil Fliegen, Mücken und Silberfischchen. Wer sie trotzdem nicht im Haus haben möchte, hat dafür gute Gründe, aber keinen Grund zur Sorge.
Was Lavendelöl gegen Spinnen ausrichten kann
Spinnen nehmen Gerüche über feine Härchen an den Beinen wahr, und kräftig riechende Öle wie Lavendel, Pfefferminze oder Zitrusöl gelten im Haushalt seit langem als Düfte, die sie meiden. Darauf baut der Trick auf. Ein Fensterrahmen, der deutlich nach Lavendel riecht, ist für ein Tier, das hereinwill, ein weniger einladender Weg als einer ohne Duft.
Mehr als das sollten Sie nicht erwarten. Lavendelöl ist kein zugelassenes Mittel gegen Spinnen, es tötet keine Tiere und vertreibt keine, die sich schon hinter dem Schrank eingerichtet hat. Ob eine Spinne den Rahmen trotzdem überquert, hängt davon ab, wie frisch der Duft noch ist und ob es einen zweiten Weg gibt. Das Öl ist eine Ergänzung zu dichten Fenstern, nicht ihr Ersatz.
Drei Wege, den Duft an die Eingänge zu bringen
Spinnen kommen über Fenster, Türen, Kellerschächte und Leitungsdurchführungen ins Haus. Dort gehört der Duft hin, nicht mitten ins Zimmer. Drei Varianten sind verbreitet.
| Variante | So geht es | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Tuch am Rahmen | Ein Baumwolltuch oder Wattepad mit einigen Tropfen beträufeln und in die Ecke des Fensterrahmens, auf die Türschwelle oder in den Kellerschacht legen | Nicht direkt auf lackiertes Holz oder Naturstein, das Öl kann Flecken hinterlassen; eine kleine Schale darunterstellen |
| Sprühflasche für Fensterbänke | Wasser in eine kleine Sprühflasche, ein paar Tropfen Öl dazu, vor jedem Sprühen kräftig schütteln, Fensterbank und Rahmen innen und außen leicht einsprühen | Öl und Wasser trennen sich sofort wieder; zuerst an einer unauffälligen Stelle ausprobieren, ob die Oberfläche Flecken bekommt |
| Diffuser im Zimmer | Gerät in den Raum stellen, in dem die Spinnen auffallen, etwa Schlafzimmer, Bad oder Souterrain, und nach Anleitung dosieren | Der Duft verteilt sich im Raum, nicht gezielt am Rahmen; das Fenster bleibt dabei zu, sonst zieht er ab |
Der Diffuser ist von den dreien die bequemste Lösung, wenn ein ganzes Zimmer betroffen ist, etwa ein Schlafzimmer im Souterrain mit Lichtschacht. Weil er dort nachts läuft, zählt die Lautstärke; welche Angaben die Hersteller dazu machen, steht in unserer Übersicht der Lautstärke, die die Hersteller für die sechs Geräte angeben.
Welches Öl, und wie viel davon
Für diesen Zweck muss es nicht der teurere echte Lavendel sein. Lavandin, die Kreuzung mit dem kräftigeren, kampferartigen Duft, ist günstiger und riecht am Fenster eher deutlicher. Achten Sie auf dem Etikett auf den botanischen Namen, Lavandula angustifolia oder Lavandula x intermedia, und darauf, dass es ein ätherisches Öl ist. Ein Parfümöl mit Lavendelnote ist ein nachgebauter Duft; für den Trick nehmen die meisten das reine Öl.
Im Diffuser gilt die Anleitung des Geräts, nicht das Gefühl. Beginnen Sie niedrig; ein Raum, in dem Lavendel beim Betreten in der Nase sticht, ist überdosiert, und der Effekt an den Fenstern wird dadurch nicht besser. Auf dem Tuch und in der Sprühflasche reichen wenige Tropfen, die Sie lieber öfter erneuern, als einmal viel zu nehmen.
Erneuern ist das Stichwort. Lavendelöl ist flüchtig; was frisch aufgetragen deutlich riecht, ist bald nur noch schwach da, und was Sie selbst nicht mehr riechen, hält auch keine Spinne auf. Im Herbst heißt das: Tuch und Fensterbank regelmäßig nachlegen, bis die Nächte kalt werden und der Zulauf nachlässt. Ein Gerät, das dafür stundenlang läuft, verbraucht entsprechend Duft; wie sich langer Betrieb bei den sechs Geräten auf die Duftkosten auswirkt, haben wir auf der Startseite zusammengetragen.
Was verlässlicher hilft als jeder Duft
Wer Spinnen dauerhaft seltener im Haus haben will, nimmt ihnen die Wege und das Futter. Diese Maßnahmen sind unspektakulär, halten aber länger vor als jeder Tropfen Öl.
- Ritzen abdichten: Fensterdichtungen prüfen, den Spalt unter der Haustür mit einer Bürstendichtung schließen, Durchführungen von Rohren und Kabeln verfugen, Kellerschächte mit einem Gitter abdecken.
- Fliegengitter: an den Fenstern, die im Herbst nachts offen stehen, vor allem im Schlafzimmer und im Bad. Es hält Spinnen ab und zugleich die Insekten, von denen sie leben.
- Weniger Insekten im Haus: abends bei offenem Fenster das Licht aus oder das Gitter zu, Obst nicht offen stehen lassen, den Biomüll geschlossen halten. Wo nichts zu fangen ist, bleibt keine Spinne lange.
- Ecken aufräumen: Kartons, Zeitungsstapel und ungenutzte Taschen aus Kellerecken und von hinter dem Schrank entfernen. Spinnen suchen ruhige, ungestörte Verstecke.
- Netze absaugen: Zimmerecken, Fensterlaibungen und die Rückseite von Heizkörpern regelmäßig mit dem Staubsauger abfahren. Dann fällt ein neues Netz sofort auf, und Sie wissen, wo das Tier sitzt.
- Spinne hinausbringen: Glas darüber, Postkarte darunter, ab in den Garten. Das Tier bleibt unversehrt, und Sie brauchen kein Mittel.
Erst danach lohnt der Duft, und zwar an den wenigen Wegen, die sich nicht abdichten lassen, etwa dem Fenster, das zum Lüften offen bleiben muss.
Wofür sich das Öl am Ende lohnt
Lavendelöl gegen Spinnen ist ein Trick mit kleiner Wirkung und angenehmem Nebeneffekt. Viele empfinden den Duft im Flur und im Schlafzimmer ohnehin als angenehm; lässt er zusätzlich das eine oder andere Tier am Rahmen zögern, hat er seinen Zweck erfüllt.
Wer dafür ein Gerät anschafft, wählt es nach dem Zimmer, nicht nach dem Spinnenproblem. Auf unserer Startseite steht, welches der sechs Modelle in einen Flur passt und welches ein Souterrain füllt.
Duft an der Tür, Gerät im Zimmer
Unsere Startseite stellt sechs Aroma-Diffuser nebeneinander, mit Reichweite laut Hersteller, Lautstärke, App-Steuerung und Duftkosten pro Monat, damit das Gerät zum Raum passt und nicht nur zum Herbst.


