Lavendelöl verstehen, bevor es in den Diffuser kommt
Lavendelöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den Blüten des Lavendels gewonnen wird. Wie es riecht, hängt zuerst davon ab, welche Pflanze im Fläschchen steckt, und genau das verrät nur der botanische Name auf dem Etikett.
Von der Redaktion von Bester Aroma-DiffuserAktualisiert am 22. September 20266 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
- Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) riecht weich und blumig, Lavandin schärfer und kampferartig; beides wird als Lavendelöl verkauft.
- Im Haus gehört das Öl in ein offenes Gerät, auf einen Duftstein oder als Säckchen in den Schrank, immer sparsam dosiert.
- Dunkle Flasche, kühler Ort, Deckel zu: Lavendelöl oxidiert an der Luft und verliert dann seinen Duft.
Zwei Pflanzen, ein Wort auf der Flasche
Als Lavendelöl werden im Handel vor allem zwei Öle verkauft. Das eine stammt vom echten Lavendel, botanisch Lavandula angustifolia, der in höheren Lagen wächst und vergleichsweise wenig Öl liefert. Das andere stammt vom Lavandin, Lavandula x intermedia, einer Kreuzung aus echtem Lavendel und Speiklavendel, die kräftiger wächst und deutlich mehr Öl pro Pflanze ergibt.
Beide Öle entstehen auf demselben Weg. Die blühenden Stängel werden geerntet und mit Wasserdampf destilliert. Der Unterschied liegt in der Zusammensetzung: Lavandin enthält mehr Kampfer und riecht deshalb schärfer und krautiger, echter Lavendel riecht weicher und blumiger.
| Echter Lavendel | Lavandin | |
|---|---|---|
| Botanischer Name | Lavandula angustifolia | Lavandula x intermedia |
| Duft | Weich, blumig, leicht süß | Frisch, krautig, kampferartig |
| Ertrag pro Pflanze | Gering | Hoch |
| Preisniveau | Meist höher | Meist niedriger |
| Typisch für | Raumduft, Duftkissen, Parfümerie | Seifen, Waschmittel, günstige Raumdüfte |
Keines der beiden Öle ist falsch. Wer den Lavendel aus dem Garten im Kopf hat, sucht meist den echten Lavendel. Wer einen frischen, deutlichen Duft für Flur oder Bad möchte, ist mit Lavandin oft gut bedient und zahlt weniger.
Was ein aussagekräftiges Etikett verrät
Das Wort naturrein sagt in einfachen Worten, dass im Fläschchen nur das Öl der genannten Pflanze ist, ohne Zusatz von Alkohol, Trägeröl oder synthetischen Duftstoffen. Es ist eine Angabe des Herstellers und kein amtliches Siegel, deshalb zählt, was sonst noch auf dem Etikett steht.
- Botanischer Name: Lavandula angustifolia oder Lavandula x intermedia. Steht dort nur Lavendel oder Lavender, bleibt offen, welche Pflanze gemeint ist.
- Pflanzenteil und Verfahren: Blüten oder blühendes Kraut, wasserdampfdestilliert.
- Herkunftsland und Chargennummer, damit sich das Öl einer Ernte zuordnen lässt.
- Gefahrenhinweise und die Angabe, dass das Öl ein Konzentrat ist. Sie fehlen bei einem ordentlich gekennzeichneten ätherischen Öl nicht.
- Duftöl oder Parfümöl mit Lavendelnote ist etwas anderes: ein komponierter Duft, der Lavendel nachbildet und oft günstiger ist.
So riecht Lavendelöl und was daneben passt
Frisch aus der Flasche steigt zuerst eine grüne, leicht krautige Note auf, dahinter kommt die blumige Süße, die die meisten mit Lavendel verbinden. Im Raum wird der Duft nach einiger Zeit weicher und runder. Viele Menschen empfinden ihn als beruhigend und wählen ihn für Schlafzimmer und Leseecke; im Flur oder Bad wirkt er auf viele eher frisch.
Lavendel verträgt sich mit vielen anderen Ölen. Wer mischt, gibt zuerst wenige Tropfen auf ein Papiertuch und riecht später noch einmal daran.
- Zitrone oder Bergamotte machen den Duft heller und weniger schwer.
- Zeder oder Sandelholz geben ihm einen warmen, trockenen Grund für den Abend.
- Rosmarin oder Eukalyptus betonen die krautige Seite, passend für Arbeitszimmer und Bad.
- Süße Orange oder ein Hauch Vanille runden ihn ab, wenn der reine Lavendel zu streng wirkt.
Vier Orte im Haus für Lavendelöl
Reines Lavendelöl lässt sich nur mit einem Gerät verteilen, das einen offenen Tank oder einen Fläschchenanschluss hat, oder ganz ohne Gerät. Geschlossene Systeme mit fertigen Duftbehältern ihres Herstellers nehmen eigenes Öl nicht auf. Vier Wege sind üblich.
- Ultraschall-Diffuser mit Wasser: Einige Tropfen auf den gefüllten Tank, der Duft kommt mit einem feinen Nebel in den Raum. Nach dem Gebrauch Tank leeren und auswischen, sonst setzt sich ein Film ab.
- Vernebler ohne Wasser: Das Fläschchen wird direkt angeschraubt, das Öl kommt pur und kräftig in die Luft. Hier reichen niedrige Stufen und Pausen, sonst riecht der Raum schnell nach Apotheke.
- Duftstein oder unbehandeltes Holz: Ein paar Tropfen auf den Stein neben Bett oder Schreibtisch. Dezent, ohne Strom, gut für einen einzelnen Platz statt für das ganze Zimmer.
- Kleiderschrank und Wäsche: Getrocknete Lavendelblüten im Leinensäckchen, wahlweise mit einem Tropfen Öl aufgefrischt. Das Öl nie direkt auf Textilien geben, es kann Flecken hinterlassen.
Eine Tropfenzahl, die für alle gilt, gibt es nicht. Maßgeblich ist die Anleitung des Geräts; fehlt eine Angabe, fangen Sie niedrig an und erhöhen erst bei der nächsten Füllung. Lavendel gehört zu den Düften, die bei zu hoher Dosis von blumig zu stechend umschlagen. Wer noch kein Gerät besitzt, findet auf unserer Startseite die Rangliste der sechs Aroma-Diffuser.
Aufbewahren, damit das Öl nicht kippt
Die Hauptbestandteile von Lavendelöl, Linalool und Linalylacetat, reagieren mit dem Sauerstoff der Luft. Das Öl oxidiert, der Duft wird flach und später stechend, und ein oxidiertes Öl gilt als reizender für die Haut. Darum kommt Lavendelöl in braune oder violette Glasflaschen, die Licht abhalten.
Im Alltag heißt das: Deckel sofort nach dem Tropfen wieder fest zudrehen, die Flasche stehend und kühl lagern, nicht auf der Fensterbank und nicht neben dem Herd. Der Tropfeinsatz im Flaschenhals bleibt drin, er hält die Öffnung klein und die Luft draußen. Wer selten beduftet, kauft lieber ein kleines Fläschchen nach als eine große Flasche.
Ob ein Öl noch gut ist, sagt die Nase. Riecht es dumpf, sauer oder nach altem Fett, ist es zu spät, auch wenn es unverändert aussieht. Ein Vernebler ohne Wassertank verbraucht mehr Öl als ein Ultraschallgerät; was die Geräte im Monat an Duft kosten, steht in unserem Vergleich der laufenden Duftkosten.
Wo Vorsicht angebracht ist
Lavendelöl gilt als eines der milderen ätherischen Öle, ist aber ein Konzentrat. Es wird nicht geschluckt und nicht unverdünnt auf die Haut gegeben. Wer es in einem Trägeröl auf der Haut verwenden möchte, probiert zuerst an einer kleinen Stelle aus und lässt ein oxidiertes Öl ganz weg. Ist Öl versehentlich verschluckt worden, ist ärztlicher Rat der nächste Schritt.
In Räumen mit Säuglingen und Kleinkindern lautet der übliche Rat, sehr sparsam zu beduften oder darauf zu verzichten; die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann für den Einzelfall Auskunft geben. Dasselbe gilt in der Schwangerschaft. Menschen mit Asthma oder Duftstoffallergien reagieren teils auf Lavendel, deshalb gut lüften, niedrig dosieren und bei Beschwerden abschalten und ärztlich abklären lassen.
Kaufen und ausprobieren
Kaufen Sie zuerst die kleinste Größe und riechen Sie zu Hause an mehreren Tagen daran. Ist der botanische Name genannt und das Öl ordentlich gekennzeichnet, erklärt sich der Preisunterschied zwischen zwei Flaschen meist mit der Pflanze: echter Lavendel kostet mehr als Lavandin.
Wer das Öl im ganzen Wohnraum riechen möchte und nicht nur am Nachttisch, kommt um ein Gerät nicht herum. Auf unserer Startseite erklären wir, nach welchen Kriterien wir Aroma-Diffuser bewerten, von der angegebenen Reichweite bis zur Lautstärke.
Öl gewählt, Gerät fehlt noch
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